Befragung über die Erwartungen an ein Open Data-Portal der Stadt Konstanz

Befragung über die Erwartungen an ein Open Data-Portal der Stadt Konstanz

Um die Dynamik und die Erwartungen an unser Open Data Portal zu verstehen, hat Clara Goerlich im Rahmen ihrer Bachelorarbeit für die Universität Konstanz 2018/2019 eine Reihe von Interviews mit relevanten Interessengruppen geführt. 

Wer und was wurde gefragt?​

Es ist davon auszugehen, dass Open Data Ergebnisse vielfältig sind und Innovationen innerhalb und außerhalb der öffentlichen Verwaltung antreiben können (Mergel, Kleibrick & Sörvik, 2018). Um dieser Frage nachzugehen, wurden 13 Personen – innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung – befragt, die in der Stadt Konstanz ein Interesse bezüglich Open Data haben: Welche Erwartungen sie an ein Open Data-Portal der Stadt Konstanz haben?

Überwiegend sehen die Befragten Open Data Outcome-Potential in verwaltungsinternen Prozessveränderungen. Durch bessere abteilungsübergreifende Zusammenarbeit können eingefahrene Prozesse neu überdacht, Effizienz und Effektivität optimiert werden. Außerdem kann ein Kulturwandel innerhalb der Verwaltung angestoßen werden. Dieser beinhaltet unterschiedliche Aspekte wie eine neue Offenheit der Organisation, die zu mehr Zusammenarbeit mit externen Akteuren in neuen Formaten (z. B.: Hackathons, Bürgerdialoge und Projekte mit Schulen) führt, eine tolerantere Fehlerkultur oder ein neugewonnenes „kommunales Selbstverständnis“. Letzteres ermöglicht es Kommunen stärker selbst zu gestalten, beispielsweise welche Firmen sich am Standort niederlassen. So wählt die Stadt Konstanz etwa keinen privaten Anbieter für das Open Data-Portal, sondern kommunale Partner, um langfristig unabhängig zu bleiben und Themen wie Datenschutz über das kommunale Rechenzentrum geklärt zu haben.

Als Mehrwert außerhalb der Verwaltung wird vor allem Transparenz gesehen und damit einhergehend die Rechenschaft des öffentlichen Sektors in der Bürgerbeteiligungstradition. Potenzial könnte außerdem in der Gewinnung neuer Kunden und damit der Stärkung Konstanzes als Wirtschaftsstandort liegen. Es können neue Apps, Dienstleistungen und Startups entstehen. Und auch das Image der Verwaltung könnte sich längerfristig wandeln.

Während der Interviews wird deutlich, dass die Verwaltung eine aktive Rolle bei der Einführung des Portals spielt. Gleichzeitig bestehen Zweifel, ob Kulturwandel und Öffnung der Verwaltung letztendlich in großem Maß stattfinden werden. Die Chance durch Open Data Innovationen und „öffentlichen Nutzen“ zu erzielen gelingt eher durch langfristigen Kulturwandel der Verwaltung mit andauernden Prozessveränderungen als durch die Schaffung eines Portals aufgrund politischen Handlungsdrucks (vgl. Mergel u. a., 2018).

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